Startseite Initiativen der Bundesregierung

Stand: September 2010


Deutschland und Tunesien bauen ihre CDM-Kooperation im Biomassebereich aus

Derzeit werden organische Abfälle, z.B. aus Schlachthöfen, Großmärkten, Klärwerken, aus der Olivenölproduktion und Tierhaltung in Tunesien kaum genutzt und belasten die Umwelt zusätzlich. Tunesische Entscheidungsträger und die Privatwirtschaft sind derzeit dabei, die hohen Potentiale für den Arbeitsmarkt, die Entwicklung des Technologie-Know-how und das „grüne“ Wachstum einer energetischen Abfallverwertung zu erkennen. Das Thema Bioenergie steht seit kurzem an prominenter Stelle auf der politischen Agenda.

Die Veranstaltung der AHK und CDM-JI Initiative besuchten insgesamt über 100 Teilnehmer/innen. Zehn Unternehmen aus Deutschland sowie ein schweizer und ein ägyptisches Unternehmen informierten sich bei zahlreichen Vertretern des tunesischen Privatsektors und staatlicher Institutionen zu Investitionsmöglichkeiten in diesem Sektor.
 

Tunesiens Bioenergiepotential in Zahlen:

  • Methan (CH4) stellt 14 % der tunesischen Emissionen dar
  • Organische Abfälle aus Landwirtschaft und Haushalten werden auf 7 Mio. t jährlich geschätzt, davon ca. 2,2 Millionen Tonnen organischer Hausmüll
  • Die Großmärkte von Sfax, Bizerte, Nabeul und Sousse produzieren täglich 27 t hochwertiger organischer Abfälle, die derzeit  ungenutzt entsorgt werden
  • 22 Klärwerke warten auf energetische Verwertung der Klärschlämme mit einer potentiellen Gesamtleistung von 220 MW (175 000 t Klärschlämme jährlich)
  • Lediglich auf zwei Deponien wird derzeit Methan erfasst und verbrannt
  • In 15 Deponien wird derzeit das Potential zur Stromerzeugung und für CDM-Projekte mit GIZ-Unterstützung analysiert


In der Zukunft sollen die wirtschaftlichen Nord-Süd-Kooperationen und der Technologietransfer in der Region verstärkt gefördert werden. Tunesiens Regierung fördert den  Zukunftsmarkt der erneuerbaren Energien aktiv und mit klar definierten Subventionen im Rahmen des „Plan Solaire Tunisien“.
 
Die GIZ berät dazu die tunesischen Partner im Auftrag der deutschen Bundesregierung bei der Entwicklung von angepassten Projekten und der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, während die AHK deutschen Unternehmen die Kontakte zur tunesischen Privatwirtschaft verschafft.

Die Veranstalter betonen daher, dass es nun wichtig sei, den gewonnenen Impuls zu nutzen, um mit den politischen und privaten Akteuren vor Ort im Gespräch zu bleiben und den Vorsprung, den deutsche Firmen in der Region haben, zu halten und auszubauen.


Weiterführende Links:

Die komplette Dokumentation des GIZ & AHK-Workshops 
CDM-JI-Initiative des BMU
Informationen über Gastländer: Tunesien
GTZ-Vorhaben Regionales Netzwerk für integrierte Abfallwirtschaft im MENA-Raum
Agence Nationale de Gestion des Déchets (ANGED)